Gespräch zwischen Mascha MaschkowaMaria Wladimirowna Maschkowa (geboren am 19. April 1985 in Nowosibirsk) ist eine russische Theater- und Filmschauspielerin. und Andrew Schalaew für das Projekt „Die Unsterbliche Baracke“.
Der 30. Oktober ist der Gedenktag für die Opfer des Staatsterrors.
An diesem Tag erklärte sich die Schauspielerin Maria Maschkowa bereit zu sprechen – nicht für das Protokoll, sondern wie für einen „Black Box“-Recorder, der später zu einem Dokument seiner Zeit werden wird.
Das Gespräch wurde lang, menschlich und wichtig – über Familie, Erinnerung, Verantwortung und darüber, wie man seinen Traum nicht verliert.
Andrew Schalaew: Maria, vielen Dank, dass Sie sich gerade heute Zeit genommen haben – am Tag der politischen Gefangenen und des Gedenkens.
Ich wollte das Gespräch etwas weiter fassen und Fragen stellen, die, wie ich glaube, für viele wichtig sind.
Früher hatten wir eine Kolumne mit dem Titel Über das Wesentliche, jetzt ist daraus eine neue Reihe entstanden – und Sie sind die Erste.
Maria Maschkowa: Für mich ist das eine Ehre. Es ist überhaupt eine Ehre, bei Ihnen die Erste zu sein.
Andrew Schalaew: Für uns ist es eine große Ehre. Ihr Stück Nadeschdiny ist wohl eines der stärksten künstlerischen Statements zur familiären Erinnerung der letzten Jahre. Ich habe noch niemanden getroffen, der seine eigene Geschichte auf der Bühne so zum Leben erweckt hat.
Erzählen Sie bitte von den Repressionen in Ihrer Familie.
Das Solo-Stück Nadeschdiny, inspiriert von den Memoiren von Melanija Sewruk, ist eine Geschichte über Liebe, Erinnerung und die Suche nach Wahrheit.
Im Mittelpunkt stehen authentische Aufzeichnungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, in denen das Schicksal von Jewgeni Selenski – Revolutionär und Publizist, ein geistiger Gegner Lenins – lebendig wird.
Ein Jahrhundert später entdecken seine Nachkommen, Maria Maschkowa und Mila Selenskaja, unerwartet ein Familiengeheimnis und verweben das Persönliche mit dem Historischen.Mitwirkende: Maria Maschkowa
Regie: Jegor Baranow
Dramaturgie: Arsenij Farjatjew
Musik: Anna Drubitsch
